Atelier- und Ausstellungszentrum Schloss Ringenberg, Hamminkeln
08.09.2018, 20:00

Diabolus in musica:

PRISMA-Ensemble © Wolfram Knelangen

Verbotene Klänge des 17. Jahrhunderts

Musik von Giovanni Paolo Cima, Antonio Bertali, Salomone Rossi u. a.

PRISMA-Ensemble mit Elisabeth Champollion, Flöte | Franciska Anna Hajdu, Violine | Alon Sariel, Laute | Dávid Budai, Viola da Gamba

Tickets : € 15,- (€ 10,-)*

VVK LOKAL: Derik-Baegert-Gesellschaft, Schloss Ringenberg Tel. +49 (0)2852 / 96 59 950

Bis weit ins 17. Jahrhundert hinein gab es strenge Regeln fürs Musizieren: Töne, die gleichzeitig oder direkt nacheinander erklangen, hatten – wenn ihr Verhältnis schon nicht eine wohlklingende Konsonanz bildete – zumindest zur gleichen Tonleiter zu gehören. Alles andere war Teufelszeug, ein Diabolus in musica, wie Andreas Werckmeister es ausgedrückt hat, bei dessen Wahrnehmung Jungfern Ohnmachtsanfälle riskierten, untadeligen Leuten anstößige Bilder in den Kopf kamen und sogar friedfertige Menschen leicht in Rauflaune gerieten. Andererseits gab es gute Gründe für den musikalischen Sittenverfall und für die Erschließung neuer musikrhetorischer Vokabeln, wie der Hamburger Kapellmeister Christoph Bernhard berichtet: In stylo luxuriante communi aber werden etliche derselben zugelassen, schreibt er. Den Ausflug in die verbotene Welt rechtfertigt er mit dem enorm gesteigerten Ausdruckspotenzial. Allein in der Kirche sollte man solche Klänge besser nicht hören lassen.

Schloss Ringenberg ist keine Kirche und die Mitglieder des Ensembles PRISMA aus Bremen sind keine Kinder von Traurigkeit. Also lassen sie – ganz im Sinne des Festivalmottos zur Muziek Biennale 2018 – Werckmeisters Diabolus einen ganzen Abend lang mit verbotenen Tönen spielen – und zeichnen auf diese Weise ein bis heute weitgehend unerhörtes Bild vom 17. Jahrhundert und seinen musikalischen Repräsentanten.

Veranstalter : Derik-Baegert-Gesellschaft e.V.

Atelier- und Ausstellungszentrum Schloss Ringenberg, Hamminkeln

Schlossstraße
46499 Hamminkeln
Deutschland

+49(0)2852 9229
+49(0)2852 9239
kunst@schloss-ringenberg.de

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